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Und Fliegen macht doch Spass

Und Fliegen macht doch Spaß

Ob bewusst oder unbewusst… jeder sucht sich Situationen im Leben, die für ihn eine Herausforderung darstellen. Und so lernte ich als Flugängstliche den Piloten kennen.



Mein Leben wird immer wieder bestimmt von einem beständigen Ringen zwischen Neugier und Ängstlichkeit. Ich bin mit vielen Symptomen der Angst sehr vertraut und sie kommen mir inzwischen vor wie gute Bekannte. Auch - wenn ich sie nicht so gerne sehe. Auf der anderen Seite treibt mich eine sehr starke Neugier an. Ich möchte meine neugierige Nase überall hineinstecken und alle Abenteuer erleben und genießen, die das Leben zu bieten hat.

Das Leben ist bunt und manchmal gefährlich. Ich möchte es in allen Facetten anfassen, riechen, schmecken, fühlen und sehen. Und wie immer im Leben: alles hat seinen Preis. Manchmal ist dieser die Angst. Auch wenn dieser Preis nicht immer leicht zu zahlen ist, möchte ich sie nicht vermeiden.

Ich lernte also den Piloten kennen… jemanden, der ganz selbstverständlich an jedem seiner Arbeitstage ein klaustrophobisch enges Cockpit betritt, sich dort niederlässt und auf seinem Sitz ausharrt bis er am Zielort wieder gelandet ist. Ich war sofort bereit, mit diesem Mann die Welt zu entdecken.

Ich sah dies alles in schönen Tagträumen vor mir: fremde Länder erkunden, neue Kulturen entdecken, andere Sprachen hören, exotisches Essen schmecken, andere Horizonte sehen. Die einzige Barriere zwischen mir und diesen Erlebnissen war das Flugzeug als Transportmittel.

Die negativen Visionen zeigten mich nach einer schlecht durchschlafenen Nacht und mit einer leichten Übelkeit im Bauch bedrückt zum Flughafen fahren. Ich sah ich mich, leicht schwindelig durch das Terminal irren - noch einmal schnell auf der Suche nach einer Toilette. Ich sah mich panisch in der Zubringerröhre stehen, die ins Flugzeug führt mit dem unbedingten Wunsch mich umzudrehen und davon zu laufen. Ich sah mich schwitzend und zitternd auf einem der Sitze im Flugzeug Platz nehmen mit der starken Angst, mich unglaublich zu blamieren. Und ich sah mich schon, wie ich für mehrere Stunden an dem Gefühl leide, in einer Röhre gefangen zu sein.

Dies alles kann einem die Vorfreude auf den Urlaub und die damit verbundenen Abenteuer ganz schön vermiesen. Und man fragt sich dann: Ist das Abenteuer diesen Preis wert? Oder ist es nicht auch schön, einfach daheim auf dem Sofa zu sitzen. Mein Freund benutzte damals genau dieses Bild: Schatz… im Flugzeug ist es doch genauso als würden wir zuhause auf dem Sofa sitzen.

Wenn er es so empfand, musste es doch möglich sein, dass ich es in ähnlicher Weise empfinden konnte. Vielleicht konnte ich es trainieren. Ich hatte bei mir in der Vergangenheit beobachtet, dass meine Flugangst nicht immer gleich stark war. Früher als Kind war ich unbefangener geflogen und auch in meiner Berufstätigkeit als Marketingexpertin war ich häufig eingestiegen wie in einen Linienbus. Die Angst vor dem Fliegen hatte ich irgendwann unterwegs gelernt, einen Tag oder Ort konnte ich dazu nicht bestimmen.

Ich ging also auf die Suche, wie ich diesen Lernprozess wieder rückgängig machen konnte. Eine Reise nach Mexiko lockte. In diesem Zusammenhang konsultierte ich eine mir bekannte Therapeutin, die langjährige Erfahrung darin hat, gelernte Muster, die sich in der Gefühlswelt und im Verhalten negativ auswirken, zu erkennen und zu verändern. Im Rahmen einer gesprochenen Tiefenentspannung half sie mir, mein Muster der Flugangst zu erkennen und zu erleben, um dann das Erleben des Fliegens mit neuen, positiven Gefühlen zu hinterlegen.

Dies klingt einfach und das ist es auch. Ich bekam in dieser Sitzung eine Idee davon, wie ich mir helfen konnte, auch wenn meine Angst nicht sofort verflogen war. Der Umlernprozess erfordert lediglich Willen, Zeit für das Training und die Geduld, wirklich erfolgreich sein zu wollen. Ähnlich wie beim Erlernen einer neuen Sportart erfordert die Veränderung von eingefahrenen Gefühlsmustern Zeit und wiederholtes Training.
Nachdem ich dies erkannt hatte, fragte ich mich, warum es zum Thema Flugangst keine praktische, einfache Selbsthilfe gab, die man bei sich tragen konnte. Ich entdeckte auf dem gesamten Markt nur Bücher, die zwar teilweise gut waren, aber immer noch erforderten, dass die beschriebene Hilfestellung umgesetzt werden musste.

So kam ich auf die Idee, das Hörbuch „entspannt fliegen“ zu schreiben, welches ermöglicht, den Therapeuten immer im Ohr zu haben. Die vertraute Stimme, die mit den Übungen erlernte Freiheit von Angst, die positiven Gefühle, die ruhige Atmung – all dies kann sich das Gehirn in Sekundenschnelle wieder abrufen, wenn die CD angehört wird.

Ich habe inzwischen viele wunderbare Reisen erlebt, deren Eindrücke ich keinen Moment missen möchte. Mexiko, Thailand, Portugal… und ich hoffe, dass noch viele Reisen folgen werden. Wenn die unzähligen Palmen von Koh Samui und die unglaublich weißen Strände und das türkise Meer von Yucatan vor meinem geistigen Auge auftauchen, weiß ich, dass dies jede Herausforderung wert ist. Und mir macht das Fliegen jeden Tag mehr Spaß.